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ATEMLEHRE


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Atembewusstheit – ein ganzheitlicher Entwicklungsweg

Atembewusstheit liegt nicht für jeden Menschen sofort offen. Es braucht eine jeweils persönliche Wegstrecke, ein achtsamesSich-Annähern an den Ursprung des Atems. Der Weg zur Quelle des Atems gestaltet sich, vergleichbar mit der Natur, nicht notwendig zielgerichtet oder zwecksetzend.
Der Atemweg folgt, um im Bild zu bleiben, eher entlang eines Flusses, der sich mäandernd sein Bett gräbt. Ebenso verläuft die Entwicklung am Atem getreu der individuellen Natur eines Menschen. Das Bewusstsein lernt dabei mit der Wahrnehmung Schritt zu halten. Aus der jeweils eigenen Bedingung formt sich das Erleben, wie das Bewusstsein unter das Verstehen taucht und eine Vertiefung ins Offene erfährt. Der Atem kommt dem sich einsenkenden Gewahr-Sein entgegen. Er berührt das innere Potential eines Menschen - sein Selbst.


Atembewusstheit macht den Weg frei zur „Selbst-Verwirklichung“.


Damit ist nicht gemeint, egozentrischen oder narzistischen Tendenzen die Tore zu öffnen. Im Gegenteil: im Schatten Liegendes, Unbequemes, Widersprüchliches und Sinnentleertes will vom Bewusstsein begegnet und in den Atem integriert werden. Dies geht nicht ohne die Orientierung an der Körperempfindung und an der Tiefenpsychologie. Dieser ganzheitliche Entwicklungsweg regt Impulse zur bewussten körperlichen wie seelischen und sozialen Verhaltensänderung an. Atembewusstheit ist immer auch ein Prozess der Selbsterfahrung, Bewusstwerdung und Selbsterkenntnis.

Zu Beginn der Arbeit geht es darum, die vitalen Kräfte im Atem zu wecken, Spannungen zu lösen und die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten zu entwickeln. Den Atemfluss hemmende körperliche und seelische Haltungen gestalten sich in einem Prozess der persönlichen Reifung um. Die Arbeit an der Haltung ist mit wachsender Atembewusstheit immer auch ein Weg hin zu einem ausgewogeneren leib-seelischem Wohlbefinden, zu mehr persönlicher Ausdrucks- und Gestaltungskraft und nicht zuletzt zu Bewegungs-, Kontakt-, Liebes- und Arbeitsfähigkeit generell

spacer An diesem Ort
war ich noch niemals:
Anders geht der Atem,
blendender als die Sonne
strahlt neben ihr ein Stern.


Franz Kafka

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